Tietjens Hütte Geschichte

1855
Friedrich Wilhelm Müller aus Osterholz-Scharmbeck errichtete eine Holzhütte an der Einmündung des Osterholzer Hafenkanals in die Hamme. Die Gäste waren hauptsächlich Torfschiffer. Verkauft wurden Kaffee, Branntwein und Rum-Grog. Zu Beginn des Winters brach man die Hütte wegen Hochwasser und ungünstiger Witterung ab und richtete sie im Frühjahr wieder auf.

1880
In diesem Jahr wurde, wegen starker Schäden am zwischenzeitlich errichteten Steinfundament, von Grund auf neu gebaut. Damaliger Bauherr war Friedrich Müller, ein Bruder des Erstbesitzers.

1894
Am 13. Oktober wurde die Hütte an den Kahnschiffer Hinrich Tietjen verkauft. Der Kaufpreis betrug damals genau 965 Mark.

1895
Anna Tietjen übernahm nach dem Tode ihres Mannes mit ihren Söhnen das kleine Gasthaus. Bis in den Herbst hinein bewirtete sie die „Jan vom Moor“, die ihren Torf bis nach Bremen und Nordenham brachten. Seit dem Einsturz der Hammebrücke, etwa Ende 1800 konnte die Hamme nur noch mit dem Fährkahn überquert werden. Die Ursache waren starke Winterschäden. Der Fährmann, der mit seiner launigen Art die Fahrgäste oft zum Schmunzeln brachte, war als „Onkel Hermann“ ein weitbekanntes Original. Er lebte bis 1923.

1910
Der älteste Sohn Diedrich Tietjen übernahm nach Hochzeit mit seiner Frau Gretchen, geb. Schnibben, die Hammehütte. Sie begannen mit dem Bau eines massiven Hauses, das 1914 fertig gestellt wurde. Noch während der Bauzeit, 1912, wurde der Sohn Hinrich Tietjen geboren.

1914 bis 1918
Der Krieg nahm Gretchen Tietjen den Mann; ein Jahr später heiratete sie ihren Schwager Friedrich, den jüngsten Bruder ihres ersten Gatten. In den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen blühte das Unternehmen durch das immer größer werdende Interesse am Wassersport.

1938 bis 2008
Aus der 1938 zwischen Hinrich Tietjen und Hanna Koch geschlossenen Ehe entstammt die Tochter Erika, die als Erika Schmidt-Tietjen 1978/79 umfangreiche Umbauten durchführte und bis 2008 Besitzerin der Tietjens Hütte war.

Heute
Das mittlerweile neugestaltete Wirtshaus an der Hamme gehört der Osterholz-Scharmbeckerin Meike Hollenbeck, die selbst ein über hundert Jahre altes Unternehmen erfolgreich führt, sich der Tradition bewusst ist und sich ihrer Heimat verpflichtet fühlt.